Vorsicht: Enkeltrick

Veröffentlicht auf von Betrug

Es war schon immer so und wird leider auch immer so sein. Der Mensch im Allgemeinen - es ist wahrlich nicht schön, dies immer wieder betonen zu müssen - ist meistens nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Und nicht selten kommt es auch vor, dass er betrügt - wenn er kann - und wo er kann. Wohlbemerkt - der Mensch im Allgemeinen.

So, wie es die Mafia außerhalb der EU-Staaten gibt, wie ich ja schon in meinem Bericht "Geldwäsche - Trickbetrüger" erwähnt habe. So gibt es die Mafia leider auch in Deutschland. Das einzig Hoffnungsvolle an meinen Veröffentlichungen ist, wenn auch nur einem Menschen dadurch geholfen werden kann, ihn vor Betrug zu schützen, dann ist die Mühe nicht vergebens.

Mit meinem Bericht über die Dreistigkeit der Mafia wende ich mich aber nicht an diese skrupel- und gewissenlose Menschen. Dies wäre so oder so vergebene Liebesmühe. Nein - ich wende mich an die Sie - die Menschen, deren Eltern und Omas, auf ganz miese Tricks von angeblichen "Enkelkindern" hereinfallen könnten. Und auch in diesem Fall geht es - wie immer - nur um das liebe Geld.

Der neueste "Trend" ist - der Enkelkinder-Trick.
Die Methode ist eigentlich ganz einfach, klappt aber trotzdem - Gott sei Dank - nicht immer. Hier wird einfach mal die Oma auf der Straße angehalten und in ein Gespräch verwickelt. So, dass in diesem Gespräch die Daten, also Name, Vorname und Telefonnummer herausgefunden werden.
Ist dies geschehen, dann hat man es auf einmal wieder eilig und verabschiedet sich wieder. Oder aber - die ganz dreiste Tour. In dem Gespräch wird bemerkt, dass die Oma geistig nicht mehr so ganz auf der Höhe ist und schon geht das Spiel los.

Ungefähr auf eine solche Art:
Ach liebe Oma, kennst du mich denn nicht mehr? Ich bin es, die Ute. Der Name ist natürlich frei erfunden. Nun wird daraufhin gearbeitet, dass die Oma zu einem Kaffee - in die Wohnung einlädt. Und dort kommt es dann zum springenden Punkt.

Ab jetzt wird "vorgeweint", dass man dringend Geld benötigt, weil das Auto repariert werden muss. Die Oma ist natürlich so von der Situation ergriffen, dass sie natürlich sofort helfen möchte, um ihr "Enkelkind" in dieser Situation zu helfen. Noch dazu kommt der Punkt, dass sich die Oma auch schämt, ihre Enkelin erst gar nicht mehr erkannt hat - nach so vielen Jahren. Und schon wird das Sparbuch gezückt. Im Schnitt sind es zwischen 5.000,00 und 10.000,00 Euro, die auf diese Weise erbeutet werden.

Das Ganze geht natürlich auch telefonisch. Dann kommt zum Schluss nur noch ein Beauftragter bei der Oma vorbei, die ihm dann das Geld übergibt.

Warum aber werden gerade ältere Menschen, für diese miesen Geschäfte ausgesucht?
Ältere Menschen leiden gerne mal an Alzheimer oder sonstigen gesundheitlichen Störungen, die das Erinnerungsvermögen beeinträchtigen. Dazu kommt dann noch die Scham der älteren Menschen dazu, um sich keine Blöse zu geben und dann trotz großer Unsicherheit das Geld auch noch freizugeben. Natürlich als Geschenk und ohne jede schriftliche Bestätigung. So kann nie etwas nachgewiesen werden.

Deshalb appelliere ich an alle Menschen, die in ihrer Verwandtschaft noch ältere Menschen haben, sich deren anzunehmen und sie immer wieder aufklären, aufzupassen. Vor allem aber die ältere Verwandtschaft eindringlich darauf hinweisen, in Fall einer Unsicherheit, Rückfragen bei ihren Kindern zu stellen. Das Verbrechen wird immer schlimmer und raffinierter.

Nur so - liebe Leser - können wir alle dazu beitragen, dass der Teil der Menschen, die auf solch derartige skrupellose Wiese sich an anderen Menschen bereichern wollen, daran gehindert werden.

Wir - liebe Leser - verzeihen Sie mir die offenen Worte, haben die moralische Pflicht unsere Eltern oder Großeltern vor solchen Verbrechen zu schützen.

Wir können nicht alles Schlimme und Unangenehme auf die Polizei oder unsere Regierung abwälzen. Nicht immer sagen, warum macht die Polizei nichts? Es ist oft Eigeninitiative gefordert.
Dies soll jetzt aber kein Aufruf sein, das Recht und Gesetz in die eigene Hand zu nehmen - nein - das auf keinen Fall, denn das ist verboten. Wer das macht, macht sich selbst strafbar und das ist nicht Sinn und Zweck der Sache.

Wir können nur durch das Aufklären anderer, vor allem älterer Menschen mithelfen, dafür zu sorgen, dass verbrecherische Handlungen in Zukunft weniger Erfolg haben.

Manfred Dietrich

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